Geschichte

Die evangelische Matthäusgemeinde liegt in der Heimstättensiedlung und am Westrand des Darmstädter Stadtteils Bessungen zwischen Donnersbergring, Groß-Gerauer Weg, Eschollbrücker Straße,  Industriegebiet Süd-West, Waldrand an der Autobahn A5, Schiebelhuthweg und Rüdesheimer Straße.

Sie ist 1935 als ehemaliger Westbezirk der Bessunger Petrusgemeinde selbständig geworden.

Die Matthäukirche ist eine der insgesamt 49 sogenannten Bartning’schen Notkirchen (13 davon auf dem Gebiet der ehemaligen DDR), die in den Jahren 1948-1951 in Deutschland aufgestellt und vom Weltrat der Kirchen und dem Lutherischen Weltbund in hohem Maße finanziert wurden. Im Gebiet unserer hessischen Landeskirche stehen außer hier in Darmstadt auch solche in Gießen, Worms, Frankfurt und Mainz. Der berühmte Kirchenbaumeister Professor D. Otto Bartning (1883-1959), der in Darmstadt auch die städtische Frauenklinik baute, bleibt in Erinnerung unserer Stadt, wo er die letzten Jahre seines Lebens verbrachte und begraben ist.

Die Gemeinde, die eine solche Notkirche erhielt, mußte das Fundament und auch die Wände (hier Hohlblocksteine aus dem zermahlenen Trümmerschutt des 1944 zerstörten Darmstadt) selbst in Eigenhilfe erstellen und erhielt dann die serienmäßig hergestellte Dachbinderkonstruktion zum Aufschlagen. Bartning hatte es verstanden, eine Konstruktion zu schaffen, die Konturen des mittelalterlichen Kirchenbaues mit schlichten Mitteln nachschuf.

Parallel zum Aufbau der Heimstättensiedlung, in der ab 1932 Arbeitslose in Selbsthilfe ihre Häuser bauten und sich nach dem Kriege Ungarndeutsche, Buchenländer und Siebenbürgendeutsche mit dem Bau ihrer Häuser eine neue Heimat schufen, erstellte die 1935 entstandene Matthäusgemeinde unter der energischen Leitung des Pfarrers Hans Stenger (1911-1993) ihr Gotteshaus, zu dem am 04.09.1949 der Grundstein gelegt und das am 19. März 1950 eingeweiht wurde.
Im Vorraum und im Anbau der Kirche fanden in den ersten Jahren auch Kindergarten, Gemeindesaal und Wohnung der Kindergarten- und Gemeindeschwester ihren Platz.

Später kamen die Orgel (1953), der Turm (1959) und die vier Glocken (1960) hinzu. Der leuchtend rötliche Ton, der von den im Split enthaltenen zermahlenen Ziegelsteinen herrührt, gibt dem Kircheninnern soviel anheimelnde Wärme, dass die Verantwortlichen beschlossen, diese Raumwirkung zu erhalten, indem an Stelle eines Verputzes ein Bildprogramm mit Themen aus dem Matthäus-Evangelium durch den Künstler Will Sohl (1906-1969) gestaltet wurde (Signatur im Altarraum 29.12.52-02.53; im Kirchenschiff 15.02.54).

Wer sich für den Bau der Ev. Matthäuskirche besonders interessiert, kann im Gemeindebüro eine Kopie unserer Festschrift zum 50-jährigen Kirchenjubiläum aus dem Jahr 2000 erwerben, in der weiteres über das Notkirchenprogramm und Einzelheiten speziell zum Bau der Matthäuskirche zusammengestellt ist. Ebenso gibt es eine Denkschrift zum Jubiläum der Bilder im Jahr 2004 in der Matthäuskirche, in der das Bildprogramm mit den zugehörigen Bibeltexten, Hintergrundinformationen sowie eine Andachtreihe vorgestellt ist. Auch diese kann in Kopie gegen einen geringen Unkostenbeitrag erworben werden.