Lichtkonzept Matthäuskirche

Neue Beleuchtung für die Matthäuskirche beschlossen

Neue Beleuchtung für die Matthäuskirche

Die Matthäuskirche bekommt eine neue Beleuchtung. Dies hat der Kirchenvorstand beschlossen. Das neue Konzept wurde am 12. August in einer Gemeindeversammlung vorgestellt. Mit der Entwicklung und Umsetzung wurde das Unternehmen Atelier DeLuxe aus Offenbach beauftragt. Bis zum Sommer 2019 soll es realisiert werden. Das Konzept wurde mit dem Denkmalschutz abgestimmt. Die Finanzierung erfolgt aus Rücklagen der Gemeinde und Zuschüssen der Gesamtkirche. Zusätzlich werden Spenden der Gemeinde benötigt und erbeten.

Problemanzeige: Elektrische Leitungen marode

Die elektrischen Leitungen in der Matthäuskirche stammen aus der Erbauungszeit um 1950 und genügen heutigen Anforderungen nicht mehr. Sie müssen grundlegend erneuert werden. Der Vorraum und der Saal im hinteren Bereich der Kirche sowie die Orgelempore sind unzureichend beleuchtet. Die Lichtstärke der Leuchten im Kirchenschiff ist für die heutigen Anforderungen an Licht und Sichtbarkeit ebenfalls nicht mehr ausreichend.

Die Matthäuskirche in Darmstadt wurde von Otto Bartning im Rahmen seines Programms der sogenannten Notkirchen in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg entworfen und unter hoher Beteiligung der Bevölkerung erbaut. Die Einweihung konnte nach nur halbjähriger Bauzeit am 19. März 1950 erfolgen. Sie steht heute unter Denkmalschutz. Das Licht beeinflusst sehr stark die Atmosphäre des Raumes. Die Belichtung der Matthäuskirche mit Tageslicht erfolgt aus einem umlaufenden Fensterband, das die Kirche tagsüber eher dunkel wirken lässt. Die Beleuchtung des Raumes durch Beleuchtungskörper erfolgte über Lichtkästen, die Bartning eigens für die Notkirchen entworfen hat. Der Dachbereich wirkt derzeit wie ein schwarzer, kaum wahrnehmbarer Raum über den Anwesenden.

Das neue Lichtkonzept

Otto Bartning ging es darum, Kirchenräume zu schaffen, die dem Gottesdienst förderlich sind. Mit den von ihm gewählten Materialien, der offen erkennbaren Raumkonstruktion durch Holz-Binder und das Licht gelang es ihm, eine stimmungsvolle Atmosphäre herzustellen. Diese Atmosphäre soll in ihren Grundzügen bewahrt werden, darauf baut das Lichtkonzept der Firma Atelier deLuxe auf.

Eine allgemeine Grundbeleuchtung stellt zukünftig sicher, dass der umgebende Raum, seine Objekte und die Menschen, die sich darin aufhalten, gut sichtbar sind. Dies geschieht mit Lichtschalen, die in der Mittelachse des Raumes hängen und die Decke von unten erleuchten.

Das Leselicht durch viele kleine Deckenstrahler sorgt dafür, dass Texte – zum Beispiel in den Gesangbüchern – gut lesbar sind und alle handelnden Personen gleichmäßig beleuchtet werden. Dies erfolgt durch die Strahler, die innerhalb der Tragwerkskonstruktion montiert werden. Damit sind sie für den Kirchenbesucher kaum wahrnehmbar. Durch visuelle Akzente wird die Wahrnehmung auf besondere Orte wie z. B. das Kreuz, die Kanzel und die Wandgemälde gelenkt. Die von Bartning gestalteten Lichtkästen sollen ertüchtigt werden und an ihrem angestammten Platz verbleiben.

Saal und Vorraum

Der Vorraum mit seiner niedrigen Decke vereint viele Funktionen in sich: Kinderbereich, Sitzbereich, Durchgang zur Kapelle.

Hier sorgen Licht-Würfel zukünftig für eine freundliche Helligkeit.  Die 72 Leuchten können zoniert geschaltet werden und sind so klein, dass sie optisch hinter den Trägern verschwinden und den Eindruck eines hellen Deckenfeldes erzeugen.

Der Vorraum des Kirch- und Gemeindesaales dient als Eingang, Durchgang, Zugang zu den WCs und Aufgang zur Orgelempore. Durch die recht niedrige Deckenhöhe werden hier architekturbegleitende Leuchten angebracht, die durch ihre Position und ihren Verlauf helfen, den Raum zu strukturieren. Die Grundbeleuchtung übernimmt dabei ein langes durchgängiges Lichtband zwischen den beiden Außentüren in der Raumkante zwischen Wand und Decke. Eine gleiche Leuchte, allerdings kürzer, wirkt über der Tür zum Kirchenraum als Hinweis auf den Eingang.

Stimmiges Gesamtkonzept – architektonisch wie technisch

Durch ihre Position sind die Leuchten nicht nur sehr blendarm, sondern insgesamt bleiben die Räume weitestgehend frei von sichtbaren Leuchten. Alle Leuchten werden dimmbar ausgestattet und über eine Lichtsteuerungsanlage (DALI) einzeln ansteuer- und schaltbar, so dass eine Vielzahl von Raumlichtstimmungen möglich werden, die in Szenen hinterlegt einzeln aufrufbar sind.

Das Lichtkonzept erleben können Sie hier:

Die Kirche wird durch das schmale Fensterband unterhalb der Dachkante belichtet. Die Decke wirkt fast schwarz und wird durch die derzeit vorhandenen Leuchten auch kaum erhellt.

Entlang der Mittelachse werden nach dem neuen Lichtkonzept große Lichtschalen von der Decke herab hängen. Sie beleuchten die Decke von unten und blenden nicht.

Die Gewölbeform der hölzernen Kirchendaches kommt durch die neue Beleuchtung gut zur Geltung, der Raum wirkt freundlicher und höher.

Die rosafarbenen Punkte zeigen im Grundriss des Kirche, wo die Deckenleuchten angebracht werden. Sie hängen von der Decke herab und beleuchten auch den Raum der Orgelempore.

Hinter den Holzträgern werden Leseleuchten in Form kleiner Strahler angebracht. Sie sorgen für blendfreies Leselicht in allen Bankreihen.

Weitere Strahler beleuchten gezielt die Wandflächen. Dies verbessert die Helligkeit im Raum. Dadurch kommen auch die Wandbilder des Künstlers Will Sohl besser zur Geltung.

Im Altarbereich sorgen die verdeckt angebrachten Deckenstrahler dafür, dass man die handelnden und sprechenden Mitwirkenden - etwa während der Gottesdienste - besser sehen kann.

Auch ohne Leselichter kann bei besonderen Anlässen der Altarbereich hell wirken.

Die roten Punkte kennzeichnen die Anbringungsorte für die Leselichter. Die grünen Punkte markieren die Positionen der kleinen Strahler für die Wandbeleuchtung. Gelbe Punkte im Plan sind für die Beleuchtung des Altarraums eingezeichnet.

Der Raum unter der Orgelempore wirkt derzeit besonders dunkel. Aufgrund der mangelhaften Elektrik können schadhafte Leuchten derzeit nicht mehr ersetzt werden.

Zwischen den Streben der hölzernen Decke werden 81 kleine kastenförnige Leuchten angebracht. Sie sorgen für eine gleichmäßige, blendfreie Helligkeit. Der Gemeinderaum wirkt durch die hellere Decke größer und einladend.

Die gelben kleinen Rechtecke markieren die 81 Leuchten im hinteren Teil der Kirche, dem Gemeinderaum.

Der Vorraum erhält ein Lichtband zwischen den Eingangstüren von der Straße und zum Kirchhof. (links oben, gelb eingefärbt) Der Eingang zum Kirchraum wird durch eine quadratische Leuchte markiert.